Bildungsspass Ostholstein

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1. Die Welt der Insekten

  

Insekten stellen nicht nur die mit großem Abstand größte und vielseitigste Tiergruppe auf unserem Planeten dar, sondern sie sind für das Überleben des Menschen auch zugleich die wichtigste. Über 30% unserer Lebensmittel sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Zugleich aber stellen diese durch  Übertragung zahlreicher Krankheiten, wie Malaria, Schlafkrankheit und Pest oder die Vernichtung von Ernten auch eine nicht zu unterschätzende Bedrohung dar. Es lohnt sich also, das Augenmerk unserer Kinder auf diese so vielgestaltigen kleinen Mitbewohner zu richten, deren unglaubliche Anpassungsfähigkeit es ihnen ermöglichte, jeden Winkel unserer Erde zu besiedeln.

 

An Naturmauer, Insektenhotel und Honigbie-nenstand samt Schauwabe in unserem Naturerlebnisraum „ErNatour“ können die zahlreichen Facetten des Insektenlebens beobachtet werden. Direkt vor den Augen der Betrachter lassen sich auf kleinstem Raum alle Elemente einer komplexen Lebensgemeinschaft beobachten, ohne von dieser als störend empfunden zu werden. Die filigrane Vielfalt, die Kompliziertheit der Anatomie und das sinnvolle Verhalten nötigen auch den Beobachtern allergrößten Respekt ab, denen vorher bei dem Wort Insekten nur Ungeziefer einfiel.

 

Je nach Alter der Kinder, Witterung und Jahreszeit erstreckt sich die Einführung in die Welt der Insekten über ca. zwei Stunden (einschließlich einer kleinen Pause). Danach ist die Herstellung von Insektenscheiben vorgesehen. Diese bestehen aus 10-15 cm dicken Baumscheiben, in die 4-10 mm große Löcher gebohrt werden. Darin können Mauerbienen und Schlupfwespen später ihre Brutröhren an-legen und bieten dabei Kindern und Jugendlichen zahlreiche Beobachtungsmöglichkeiten. Jedes Kind kann eine derartige Holzscheibe mit nach Hause nehmen, um so im eigenen Garten, auf dem Balkon oder auch an der Hauswand seine Beobachtungen fortzusetzen.

 

2. Schutz bedrohter Tierarten

Allgemeine Umweltveränderungen, insbesondere Strukturveränderungen der Landschaft haben in den letzten Jahrzehnten massive Veränderungen in den Populationen unserer heimischen Tierarten bewirkt. Während einige deutliche Zuwächse verzeichnen konnten, wurden andere an den Rand des Aussterbens gedrängt. Unser Anliegen muss es sein, Kinder und Jugendliche für diese Problematik zu sensibilisieren und sie mit den Ursachen dieser Entwicklung, insbesondere mit den Auswirkungen menschlicher Einflüsse bekannt zu machen. Wir wählen dafür Beispiele aus dem unmittelbaren Lebensbereich der Kinder und zeigen ihnen Möglichkeiten, wie sie durch eigene Maßnahmen Verbesserungen bewirken können. Die dabei vermittelten Erfolgserlebnisse sollen zum weiteren Engagement ermutigen.

 

Nisthilfen für Singvögel und Unterschlupfhilfen für Fledermäuse eignen sich hervorragend für diese Zwecke. Sie sind schnell und ohne große Vorkenntnisse herzustellen, relativ preiswert und nahezu überall einsetzbar. Sichtbare Erfolge stellen sich schnell ein, machen die Kinder stolz und sind nicht zuletzt ein wertvoller Beitrag zur Steigerung der Artenvielfalt.

 

 

 

 

Nach einer altersgerechten Einführung in die Problematik, dem Bekannt-machen mit einigen Vogelarten (Memory-Spiel, Schautafeln, Präparate) und der Demonstration unterschiedlicher Nisthilfen in der Praxis (ca. 1,5 Std.) werden nach einer kleinen Essenspause unter Anleitung Nisthilfen gebaut (ca. 1,5 Std.). Dabei stellen jeweils Zweierteams nacheinander zwei Nistkästen her, so dass jedes Kind einen Nistkasten mit nach Hause nehmen kann.

 

 

 

 

 

3. Gewässerforscher unterwegs  - Lebensraum Wasser

 

 

Die Holsteinische Schweiz ist eine Landschaft, die durch Gewässer unterschiedlichster Art geprägt ist. Große Seen, Teiche, Bachläufe, Sümpfe und Tümpel sind allgegenwärtig und  Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen. Ziel ist es, die Kinder damit bekannt zu machen sowie die Funktion der Gewässer und des Elements Wasser aufzuzeigen. Durch die intensive Beschäftigung mit verschiedenen Gewässern soll eine Sensibilisierung für den verantwortungsvollen Umgang und den Schutz dieser Lebensräume erfolgen. Je nach Alter und Vorwissen der Kinder kann das Angebot variiert werden.

 

Mit Grundschulkindern wird zunächst gemeinsam besprochen, was für Arten von Gewässern es gibt. Verschiedene Still- und Fließgewässer werden benannt, es wird überlegt, ob sie natürlich entstanden oder künstlich angelegt wurden und welche Funktionen sie - auch im Wasserkreislauf - erfüllen. Auf dem ERNA-Gelände am Tierheim, im Elfenmoor sowie im Naturerlebnisraum sind Gewässer unterschiedlichster Art  vorhanden. Ausgestattet mit Keschern, Sieben, Behältern, Becherlupen und Bestimmungshilfen können die Kinder unter Anleitung im Wasser lebende Tiere fangen, beobachten und versuchen, sie zu bestimmen. Da bestimmte Tiere in Abhängigkeit von der Wasserqualität vorkommen, können wir daraus die biologische Gewässergüte ermitteln. Nach einer gemeinsamen Betrachtung und Einordnung der Tiere werden sie vorsichtig an ihrem Fangplatz wieder freigelassen. Auch ein Vergleich zwischen Arten von Still- und Fließgewässern (z.B. Lehrteich an der ERNA-Hütte und angrenzendem Ehmbruchgraben) ist möglich. Die Gewässererforschung dauert ca. 1,5 bis 2 Stunden, an die sich eine Essenspause anschließt.

 

Mit Kindergartenkindern erforschen wir das Element Wasser gerne an der Wasserstation im Naturerlebnisraum. Hier können verschiedene Wasserexperimente durchgeführt werden und im angrenzenden Graben Ausschau nach im Wasser lebenden Tieren gehalten werden.

 

 

 

Nach der Frühstückspause bauen wir gemeinsam eine kleine Wasserfilteranlage. In diesem Versuch können die Kinder mit eigenen Augen erfahren, wie Wasser auf seinem Weg durch den Boden gereinigt wird. Abschließend wird als Erinnerung an diesen Tag am und mit dem Element Wasser von den Kindern ein Wasserläufer oder eine Seerose gebastelt, den bzw. die jedes Kind mit nach Hause nehmen darf.

 

 

4. Wer war das? Spurensuche in Garten, Feld und Wald

 

Nicht nur in freier Natur sondern auch in unmittelbarer Nähe von Menschen in Dörfern und Städten leben zahlreiche Wildtiere. Ihre oft verborgene, meistens nächtliche Lebensweise entzieht sie unseren Blicken, so dass viele Menschen

nur sehr wenig über ihre „wilde“ unmittelbare Nachbarschaft wissen. 

 

Dabei wäre es nicht nur sehr interessant zu erfahren, wer nachts auf dem Dachboden poltert, die Rosenknospen nascht oder im Blumenbeet buddelt, sondern es macht auch deutlich, dass wir und die von uns geschaffene Umwelt nach wie vor Bestandteil einer komplexen Lebensgemeinschaft sind, die sich auf vielfältige Art und Weise gegenseitig beeinflusst.

Auf einem mit zahlreichen Präparaten versehenen Waldparcours lernen die Kinder die Hinterlassenschaften von Wildtieren kennen. Spuren und Fährten, Rupfungen, Risse, Plätz- und Fegestellen,  Suhlen, Gewölle, aufgenagte Nüsse und zerstörte Schneckenhäuser müssen ebenso wie die dazugehörigen Tierpräparate gefunden und interpretiert werden.

 

Hierbei wird nicht nur die Kenntnis der heimischen Tierwelt gesteigert, sondern die Kinder lernen auch, ihre Umgebung aufmerksam zu betrachten und die Zusammenhänge der einzelnen Tierarten untereinander, zu uns Menschen und zu unserer gemeinsamen Umwelt zu erfassen.

Die Begehung des Parcours dauert ca. 2 Std.. Danach erfolgt eine kleine Essenspause, wobei das Erlernte durch ein kleines Quiz gefestigt wird und abschließend werden von jedem Besucher Tierspuren in Terracotta-Ton gedrückt. Diese können mit nach Hause genommen werden und stellen mit Namen und Datum versehen für alle Teilnehmer eine begehrte Erinnerung dar.

 

5. Rund um den Apfel - Vom Apfel zum Saft

 

 

Angebot für den Zeitraum 1. September bis 15. November (max.)

  

Auf der Streuobstwiese „Beuthiner Obstgarten“ des Vereins „Erlebnis Natur e.V.“ (ErNa) wachsen viele verschiedene Obstbäume, neben Birnen-, Kirschen-, Pflaumen- und Walnussbäumen insbesondere viele Apfelbäume. Über 65 verschiedene alte Obstsorten sind dort vertreten. Granny Smith, Golden Delicius oder Braeburn, die man aus den Geschäften kennt, wird man dort vergeblich suchen. Dafür kann man von August bis in den Dezember hinein die verschiedensten Früchte alter Obstsorten mit ihrer großen geschmacklichen und optischen Vielfalt finden. Sie sind viel robuster und widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Witterungsbedingungen als neue Sorten und selbstverständlich ungespritzt.

 Streuobstwiesen hatten in der Vergangenheit einen vielfältigen Nutzen. Sie versorgten die Menschen mit Obst, Brenn- und Bauholz und waren außerdem Weideland für das Vieh. So wurden sie über Jahrhunderte hinweg wertvolle Lebens- und Rückzugsräume für viele Tier- und Pflanzenarten.

 Anhand zahlreicher Bestandteile des Obstgartens (Bienenstand, Insektenkombi, Insektenscheiben, Vogelnistkästen, Greifvogelwarten, Ohrkneiferröhren usw.) wird die Lebensgemeinschaft Streuobstwiese erklärt und der Unterschied zur Apfelplantage deutlich.

 Nachdem zusammen der Aufbau eines Apfels erarbeitet wurde geht es an die Arbeit: Gemeinsam stellen wir Apfelsaft her. Gerne dürfen die Kinder auch Früchte von zu Hause oder vielleicht vom Schulgelände mitbringen . Das stärkt das Gefühl, einen ganz eigenen Beitrag zum Saft geleistet zu haben.

 Zunächst werden die Äpfel gesammelt und gewaschen. Faulige Äpfel werden aussortiert, kleinere Faulstellen entfernt. Mit einem Muser werden die geviertelten Äpfel dann zerkleinert und anschließend gepresst. Das Probieren des frischen Saftes ist für alle Kinder ein besonderes Erlebnis. Es macht alle Beteiligten stolz und entschädigt schnell für die vorausgegangenen Mühen. Jedes Kind kann in mitgebrachten Flaschen Saft mit nach Hause nehmen.